BETEK: Erfolgreiche Internationalisierung

Erfolgsgeschichte

BETEK: Erfolgreiche Internationalisierung

Den „Award of Rapid Growth“ hat sich die chinesische Produktionsniederlassung des Hartmetall-Werkzeugherstellers BETEK verdient: 300 Prozent Umsatzplus 2017. Und 2018 wuchs die Nachfrage so stark, dass bereits der nächste Ausbau in Planung ging.

Auftrag: „Aufbau einer Fertigungsstätte in China“ 

Medium: BETEK_UndergroundTechnologies_TungStuds

2015 übertrug die BETEK-Geschäftsführung ihrem technischen Mitarbeiter Bernd Kopp die Aufgabe, die Produktion am chinesischen Standort in Taicang mit aufzubauen. Neben lokalen Kenntnissen und einer guten Vernetzung, die der chinesische Geschäftsführer Hao Zhang mitbrachte, sollte technisches Know-how direkt aus dem Schwarzwälder Firmenstammsitz Aichhalden in die Errichtung der neuen Fertigungsstätte einfließen. 

Eine spannende Aufgabe, die von Bernd Kopp aber auch eine gehörige Portion Mut erforderte. Denn es ging dabei ja auch um einen Umzug in einen neuen Kulturkreis. Doch kurz entschlossen verlegte er wenig später seinen Lebensmittelpunkt 8.900 Luftkilometer weiter nach Osten.  

Nach nur 15 Monaten waren 3.500 Quadratmeter mit entsprechenden Produktions-, Lager- und Verwaltungsflächen bebaut, sodass die Belieferung der asiatischen Kunden bereits 2016 teilweise aus einer lokalen Fertigung heraus erfolgen konnte.  

Im Umfeld zahlreicher anderer deutscher Unternehmen 

Medium: Anl. 58 12.05.12 003

Die Ausgangsbedingungen für den neuen Standort waren gut. Taicang hat etwa 800.000 Einwohner und liegt direkt am Fluss Jangtsekiang. Nur eine Autostunde von der Mega-City Shanghai entfernt, beheimatet die Stadt mehr als 250 Niederlassungen anderer deutscher Unternehmen. Damit ist die BETEK Tools Taicang Ltd. in jeder Hinsicht gut angebunden. Die gute Infrastruktur hilft auch beim weiteren Ausbau der Geschäftskontakte.  

„Made in Germany“ aus China? 

Was Bernd Kopp zu Beginn überraschte, waren die Qualitätsvorbehalte der Kunden: Made in Germany aus China? Wie sollte das gehen? Die Antwort: Über eine strenge Qualitätskontrolle in Deutschland. Schnell war die chinesische Produktion auf annähernd demselben Niveau wie in Aichhalden. Eine Stärke der lokalen Fertigung ist sogar, dass sie sich besonders gut auf die individuellen Anforderungen der lokalen Kunden einstellen kann.  

Aber es gab auch Herausforderungen. Dazu zählte vor allem das Management der Arbeitskräfte. Neben den 35 fest beschäftigten Mitarbeitern wurden in der Fertigung auch Leihkräfte eingesetzt. Dabei kam es immer wieder vor, dass diese trotz vertraglicher Vereinbarung einfach nicht mehr erschienen. So war es für das Management eine wichtige Aufgabe, Loyalität zum Unternehmen aufzubauen. 

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Die Kunden schätzen die Vor-Ort-Präsenz 

Heuten können deutsche OEMs wie Wirtgen und Bauer, aber auch große chinesische Hersteller mit erhöhtem Kapazitätsbedarf ihre Aufträge sehr kurzfristig platzieren. Viele Teile sind bereits nach 48 Stunden lieferbar. Und die persönliche Beratung ist gewissermaßen eine „fußläufige Angelegenheit“.  

Weil es so gut lief, wurde Bernd Kopp gleich mit der Planung der nächsten Fertigungsanlage beauftragt. Außerdem steht der Ausbau der Lagerfläche an. Drittes Fokusthema ist die Schulung der Mitarbeiter ― ein wichtiger Erfolgsbaustein, denn die beiden größten Wachstumstreiber sind bei BETEK guter Service und Qualität.  

Auf die Frage, ob seine Entscheidung vor Jahren die richtige war, antwortet Bernd Kopp: „Ja! Dazu beitragen zu können, dass sich etwas so erfolgreich entwickelt wie BETEK in China, macht stolz und motiviert.“